Der Name Warnat ist nicht sehr verbreitet.
Ich selbst bin genealogisch interessiert. Leider habe ich mir bisher die Zeit noch nicht genommen, wirkliche Forschungen anzustellen. Das einzige, was ich gemacht habe, war das Zusammentragen aller
genealogischer Informationen, die die Generation meiner Eltern in der Nazizeit im Zuge des sog Ariernachweises beschafft hatten. Ich stamme aus Ostpreußen . Meine Eltern haben bis zum Ende des 2. Weltkrieges in
Königsberg gewohnt. Mein Grovater Friedrich ist in Gudellen - einem Weiler der Nähe von Stallupönen - geboren worden. Mein Urgroßvater trug den Vornamen David. Er wurde am 16. 3. 1831 in Zakken - nach meinen
Erkenntnissen war das ein früherer Ortsname von Gudellen - geboren. Auf seiner Heiratsurkunde - er heiratete am 10. 12. 1858 in Mehlkehmen eine Maryke Kalweit - ist er als David Warnatis bezeichnet. (Ich komme
darauf zurück.) Mein Ururgroßvater trug den Vornamen Johann - in einer anderen Urkunde Jons. Er wurde am 14. 10. 1787 in Kurplauken - ebenfalls ein kleines Dorf im Kreis Stallupönen - geboren. Mein Urururgroßvater
- weiter zurück komme ich nicht - hieß mit Vornamen Georg oder Jurgis und wurde um 1750 ebenfalls in Kurplauken geboren.
Die Schreibweise Warnatis ist ein Hinweis auf meine litauische Abstammung. Ein Onkel von
mir, der in seiner Jugend noch in Gudellen gelebt hat, hat mir berichtet, dass auf dem Boden noch Gebetbücher in litauischer Sprache herumlagen.
Warnatis kommt nach meiner Meinung von dem litauischen Namen
Varnaitis; dieser Name heißt Rabe (der Wortstamm heißt varna).
Die Orte Gudellen und Kurplauken liegen in der Landschaft, die früher nach dem prußischen Stamm der Nadrauer benannt war. In der Nähe von Gudellen
hatte man einen Ringwall aus prußischer Zeit gefunden. Diese Land war nach den ethnischen Säuberungen durch den Deutschen Orden praktisch menschenleer geworden und ist erst im Zuge des sog. Retablissement
wiederbesiedelt worden. Damals wurden Menschen aus aller Herren Länder zur Ansiedlung aufgefordert - auch Litauer. Bekannt ist der Zug der protestantischen Salzburger, die ihre angestammte Heimat wegen der
Gegenreformation verlassen mußten. Ein Nachbar der Warnats in Gudellen hieß zum Beispiel Huber - ich tippe auf einen Salzburger.
Im Zuge der Germanisierung Preußens, die so richtig erst zu Ende des 19.
Jahrhunderts begann, wurde das Litauische nach und nach verdrängt. Das -is wurde abgelegt und höchstens gebetet wurde auf litauisch (wenn es keiner hören konnte).
Entfernte Namensvettern sind wegen des früheren
-is wahrscheinlich die Leute, die entweder Warnatz oder Warnatsch heißen. Da liegt der gemeinsame Urahn aber sicher noch viel weiter zurück.
Soweit zu meiner Ahnenforschung.
Ich bin schon fünf Mal in
Ostpreußen gewesen - in Kaliningrad und ein wenig herumgereist, z.B. nach Gumbinnen, weil mein Vater dort das Gymnasium besucht hat. In Gudellen war ich aber leider noch nicht - von meinem Onkel Siegfried weiß ich
aber, dass es dort kein Dorf mehr gibt. Das Gebiet wird recht extensiv von einem in der Nähe gelegenen Staatsgut bewirtschaftet.